13 Oktober 2005

das handy - mein freund und helfer

heute auf dem heimweg: plötzlich richtet sich die aufmerksamkeit der wartenden an der strassenbahnhaltestelle auf ein schätzungsweise 7jähriges mädchen. es sitzt mit seinem schulranzen auf der bank im unterstand, lässt gerade das mobiltelefon im ranzen verschwinden und beginnt zu schluchzen. man spürt, was sich jeder denkt: aha, das arme ding hat sich verlaufen/ist in die falsche strassenbahn gestiegen, hat versucht nach hause anzurufen und verleiht nun, da dort niemand geantwortet hat, seiner verlassenheit und hilflosigkeit ausdruck.
ein älterer herr nähert sich dem kind. man spürt die erleichterung der zuschauer, dass sich jemand die zeit nimmt und dem mädchen helfen will. daruman stellt sich schon die mischung von schrecken und erleichterung auf dem gesicht der mutter vor, wenn ihre tochter an der hand eines fremden zu ungewohnter zeit heimkehrt. so gehen diese geschichten doch klassischerweise aus, oder?
das mädchen bemerkt den näherkommenden mann, hört auf zu weinen und zieht das handy wieder aus dem tornister. der mann beugt sich auf die höhe der tränennassen wangen hinunter und sagt etwas. die angesprochene starrt auf das display und reagiert nicht. der mann richtet sich auf, zieht die mundwinkel nach unten, blickt in die runde und hebt zwei mal die schultern: tja, da ist nichts zu machen. das mädchen hat inzwischen gewählt und drückt das gerät ans ohr. diesmal meldet sich jemand.

Labels: